WordPress 7.1 ist seit dem 19. August 2026 verfügbar, veröffentlicht am letzten Tag der WordCamp US in Phoenix. Die Version baut auf dem technischen Fundament von 7.0 auf und rückt die Gestaltung in den Mittelpunkt: native responsive Stile, Pseudozustände in theme.json und eine öffentliche API für die SVG-Icons des Editors. Eine leisere Änderung verdient die Aufmerksamkeit der Theme-Entwickler: Der Inhaltseditor wird jetzt immer in einem iframe gerendert.
Responsive Stile ziehen in den Editor ein
Bisher hieß es, einen Block fürs Mobilgerät anzupassen, Media Queries von Hand in ein Theme-Stylesheet zu schreiben. WordPress 7.1 verlagert diese Steuerung in den Editor: Stile lassen sich für die Ansichtsbereiche Tablet und Mobil festlegen, sowohl in den globalen Stilen je Blocktyp als auch an einer einzelnen Blockinstanz. Themes deklarieren ihre Breakpoints über settings.viewport in theme.json, standardmäßig 480 px fürs Mobilgerät und 782 px fürs Tablet.
{
"version": 3,
"settings": {
"viewport": {
"mobile": { "width": "480px" },
"tablet": { "width": "782px" }
}
}
}Die Schwelle von 782 px ist nicht zufällig: Es ist dieselbe Grenze, ab der die WordPress-Verwaltung bereits auf ihre mobile Ansicht umschaltet. Die Content-Breakpoints an diesem Wert auszurichten, vermeidet Abweichungen zwischen Editor-Vorschau und tatsächlicher Ausgabe.
Pseudozustände und die SVG-Icon-API
Version 7.1 unterstützt die Zustände :hover, :focus, :focus-visible und :active in theme.json und im Editor. Die Funktion bleibt zunächst auf die Blöcke Button und Navigationslink beschränkt, die beiden Fälle, in denen sich der Hover-Zustand bisher nicht ohne zusätzliches CSS einstellen ließ.
Ein weiteres Vorhaben wird ausgereift: Das seit WordPress 7.0 mitgelieferte SVG-Iconset wird zu einer echten öffentlichen API. Ein Plugin oder Theme kann nun eine eigene Sammlung registrieren und die Icons serverseitig wie im Icon-Block wiederverwenden.
<?php
add_action( 'init', function () {
wp_register_icon_collection( 'mastudio', array(
'label' => 'Mail Studio',
) );
wp_register_icon( 'mastudio/rss', array(
'label' => 'Flux RSS',
'path' => 'M4 11a9 9 0 0 1 9 9M4 4a16 16 0 0 1 16 16',
) );
} );
// Rendu côté serveur, par exemple dans un template de bloc :
echo wp_get_icon( 'mastudio/rss', array( 'size' => 24 ) );WordPress 7.1 ergänzt außerdem die Hilfsfunktionen wp_get_tooltip() und wp_get_toggletip() sowie zwei neue Block-Supports, background.gradient und dimensions.minWidth. React bleibt bei Version 18.3: Der Umstieg auf React 19 wird auf eine spätere Version verschoben.
Der stets iframe-gekapselte Editor: der eigentliche Prüfpunkt
Seit mehreren Versionen wanderte der Block-Editor schrittweise zu einer iframe-Darstellung, um Inhaltsstile von Verwaltungsstilen zu trennen. WordPress 7.1 geht den letzten Schritt: Der Inhaltseditor ist jetzt immer iframe-gekapselt, unabhängig vom Theme-Typ, einschließlich der klassischen Themes, die dem Wechsel bisher entgingen.
In WordPress 7.1 ist der Inhaltseditor unabhängig vom Theme-Typ iframe-gekapselt, klassische Themes eingeschlossen.
Die Folge ist konkret für alle, die ein klassisches Theme pflegen: Editor-Stile, die über ein einfaches Verwaltungs-Stylesheet eingebunden werden, ohne den vorgesehenen Registrierungsmechanismus zu nutzen, überschreiten die iframe-Grenze nicht mehr. Sie müssen mit add_editor_style() deklariert oder als Editor-Ressourcen registriert werden, um in der Vorschau wieder aufzutauchen.
Vor dem Update in der Produktion prüfen. Öffnen Sie bei einem klassischen Theme nach dem Update den Editor und vergleichen Sie die Vorschau mit der öffentlichen Ausgabe. Unterscheiden sich Schriften, Abstände oder Farben, wird ein Editor-Stil vermutlich nicht mehr im iframe geladen: Stellen Sie ihn auf add_editor_style() um.
Was sich ändert, im Überblick
| Bereich | Vor 7.1 | Mit 7.1 |
|---|---|---|
| Mobil-/Tablet-Stile | Handgeschriebenes CSS und Media Queries | Einstellung im Editor über settings.viewport |
| Pseudozustände | Zusätzliches CSS | :hover, :focus, :active bei Button und Navigationslink |
| SVG-Icons des Editors | Interner, nicht offengelegter Satz | Öffentliche API (wp_register_icon(), wp_get_icon()) |
| Inhaltseditor | iframe je nach Theme-Typ | Immer iframe-gekapselt |
| React | 18.3 | 18.3 (React 19 verschoben) |
Das Wesentliche
WordPress 7.1 verlagert mehrere Einstellungen in den Editor, die bisher im Theme-CSS lebten: responsive Stile, Pseudozustände, Icons. Für Redaktionen ist das gewonnene Kontrolle ohne Code. Für Entwickler bleibt der eigentliche Prüfpunkt vor dem Update der durchgängig iframe-gekapselte Editor, der auf schlecht eingerichteten klassischen Themes Vorschaustile verschwinden lassen kann. Eine Version, die zuerst auf einer Staging-Umgebung getestet gehört, Theme für Theme.
Ich sehe in dieser Version vor allem eine gute Nachricht für die Websites, die ich an nicht-technische Kunden übergebe: Responsive-Verhalten und Hover-Zustände direkt im Editor einzustellen, bedeutet weniger Hin und Her für eine Randanpassung auf dem Mobilgerät. Aber ich werde kein klassisches Theme in der Produktion aktualisieren, ohne vorher den Editor zu öffnen — das durchgängige iframe ist genau die Art Detail, die eine Vorschau stillschweigend kaputtmacht, und der Kunde bemerkt es vor Ihnen. — Simon Janvier
Weiterführend
Die vollständige Übersicht für Entwickler, aus der Primärquelle: What’s new for developers (August 2026) — WordPress Developer Blog.
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