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Das Magazin für Web-Handwerker Samstag, 26. September 2026

Frontend

Microsoft Edge 154: scroll-marker-group bekommt einen Tabs-Modus, Background Fetch wird abgesichert

Microsoft Edge 154, veröffentlicht am 24. September 2026, ergänzt scroll-marker-group um einen Tabs-Modus und erzwingt CORS für die Background-Fetch-API. Die Version markiert zudem den Wechsel des Browsers auf einen zweiwöchigen Release-Zyklus.

Microsoft hat Edge 154 am 24. September 2026 veröffentlicht, eine Version mit direkten Auswirkungen auf die tägliche Arbeit im Frontend. Die sichtbarste Änderung betrifft scroll-marker-group, das einen zweiten Modus nach dem Vorbild einer Tablist erhält. Zugleich sichert der Browser die Background-Fetch-API mit denselben CORS- und Local-Network-Access-Regeln ab wie die reguläre Fetch-API und macht einen schnelleren Release-Takt offiziell: alle zwei Wochen.

Zwei Modi für scroll-marker-group

Die CSS-Eigenschaft scroll-marker-group unterstützte bislang nur ein Verhalten, ähnlich einer Navigationsliste. Edge 154 führt den Modus tabs ein, der das Barrierefreiheitsmuster einer Tablist nachbildet: Der Container ::scroll-marker-group erhält die Rolle tablist, jedes ::scroll-marker wird zu einem tab, und das zugehörige Quellelement erhält die Rolle tabpanel. Ein Tastendruck auf Tab von einem aktiven Marker aus bewegt den Fokus direkt in das zugehörige Panel, und Inhalte inaktiver Tabs werden aus dem Accessibility-Baum ausgeblendet. Der Standardmodus links bleibt unverändert und ahmt weiterhin eine klassische <nav><a>-Struktur nach.

Diese Unterscheidung erspart es, die ARIA-Struktur eines scrollgesteuerten Karussells oder einer Tab-Oberfläche von Hand nachzubauen, ein häufiger Bedarf auf Produktseiten und Portfolios mit nativ CSS-gesteuertem Design.

Background Fetch an die Fetch-Regeln angeglichen

Die Background-Fetch-API erzwingt nun dieselben CORS-Prüfungen wie die Standard-Fetch-API sowie die Local-Network-Access-Beschränkungen, wenn eine Anfrage einen lokalen Server oder Loopback-Server adressiert. Bisher konnte eine Website diese Prüfungen umgehen, indem sie Background Fetch statt eines regulären Fetch-Aufrufs verwendete; Edge 154 schließt diese Lücke.

Weitere Änderungen für Entwicklerinnen und Entwickler

NeuerungBereichPraktische Auswirkung
Options-Argument im WebSocket-KonstruktorWeb APISubprotokolle lassen sich nun zusätzlich zur bestehenden Zeichenkette über ein Objekt übergeben
targetAddressSpaceWeb APIErklärt, dass eine WebSocket-Verbindung zu einem öffentlichen Host tatsächlich einen lokalen Server anspricht
text-decoration-insetCSSSteuert den Abstand zwischen Text und seinen Dekorationen (Unterstreichung, Durchstreichung)
frame-sizingHTML/CSSPasst die Größe eines iframes automatisch an dessen Inhalt an
Iterator.prototype.includes()JavaScriptPrüft, ob ein Iterator einen Wert liefert, ohne ihn vorher in ein Array umzuwandeln

Das neue Options-Argument im WebSocket-Konstruktor bringt den Geist dieser Version gut auf den Punkt: eine altbewährte API an modernere Sprachkonventionen anzugleichen.

// Vorher: Es wurde nur eine Subprotokoll-Zeichenkette akzeptiert
const legacy = new WebSocket("wss://example.com:8080", "soap");

// Edge 154: Jetzt wird zusätzlich ein Options-Objekt akzeptiert
const socket = new WebSocket("wss://example.com:8080", {
  protocols: "soap",
  targetAddressSpace: "local"
});

Ein zweiwöchiger Release-Zyklus

Edge wechselt auf einen zweiwöchigen Release-Takt, zuvor waren es vier Wochen. Zusammen mit Build-Tools, die ihre eigenen Release-Zyklen bereits beschleunigen, verkürzt dieser Schritt die Zeit zwischen der Landung eines Features in Chromium und dessen stabiler Verfügbarkeit in Edge, verlangt aber auch eine häufigere Beobachtung der Kompatibilität.

Ein zweiwöchiger Zyklus macht Browserkompatibilität zu einer laufenden Beobachtungsaufgabe, nicht mehr zu einer einmaligen Prüfung vor dem Deployment.

Der tabs-Modus von scroll-marker-group bleibt eine noch junge, Chromium-exklusive Neuerung: Vor dem Einsatz in Produktion lohnt sich der Blick in eine aktuelle Kompatibilitätstabelle, da die Tastaturnavigation auf Browsern ohne Unterstützung sonst beeinträchtigt sein kann.

Was bleibt

Edge 154 stellt die Web-Plattform nicht auf den Kopf, treibt aber laufende Baustellen voran: Barrierefreiheit scrollgesteuerter Oberflächen, einheitliche CORS-Regeln über verschiedene Fetch-APIs hinweg und die Modernisierung altbewährter APIs wie WebSocket. Der Wechsel zum zweiwöchigen Zyklus verdient besondere Aufmerksamkeit bei Teams, die ihre Websites in den Beta- und Dev-Kanälen testen.

Der Tabs-Modus von scroll-marker-group löst ein reales Barrierefreiheitsproblem, das viele scrollgesteuerte Oberflächen seit Jahren ohne saubere native Lösung mit sich herumgetragen haben. Offen bleibt, wie lange Firefox und Safari zum Nachziehen brauchen, wie so oft bei neuen CSS-Pseudoelementen — eine Verzögerung, die bei anderen zu früh produktiv eingesetzten Features bereits Probleme verursacht hat. — Simon Janvier

Weiterführende Quellen

Primärquelle: Microsoft Edge 154 web platform release notes, Microsoft Learn.

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